Frau Weber, in Ihrer Praxis bieten Sie Naturheilkunde für Kinder an. Warum speziell für Kinder?

In diesem frühen Alter kann das Immunsystem für das ganze Leben geprägt werden. Denn jeder Schnupfen, jeder Husten oder jedes Fieber, das ein Kind durch sanfte Heilmethoden durchmachen „darf“, ist ein Gewinn für die spätere Gesundheit. Was Oma schon wusste, kann in ganz vielen Fällen zur sanften Linderung führen – ohne einen starken Eingriff in das Immunsystem. Nirgendwo sonst scheint mir die Anwendung altbewährter, naturheilkundlicher Konzepte deshalb so sinnvoll wie in der Behandlung von Kindern.

Welche Krankheiten und Störungen können mit Hilfe der Naturheilkunde therapiert werden?

Ich behandle Kinder mit den unterschiedlichsten Problemen: Akute Erkrankungen wie Erkältungen und Verdauungsbeschwerden, Infektanfälligkeit, chronisch entzündliche Erkrankungen wie Asthma oder rheumatische Erkrankungen, Allergien und Hautkrankheiten. Viele Kinder leiden außerdem heute immer öfter unter ADHS, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten sowie Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Migräne. Auch in diesen Fällen bietet die Naturheilkunde gute Therapiemöglichkeiten. Und auch bei Entwicklungsstörungen und -verzögerungen, Dreimonatskoliken und funktionellen Störungen, wie z.B. dem Bettnässen, kann die Naturheilkunde helfen. Man kann also sagen: Alternative Heilmethoden können in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden und erzielen auf sanfte Art und Weise wirklich gute Erfolge.

Würden Sie sagen, die Naturheilkunde kann die Schulmedizin komplett ersetzen?

Heilpraktikerin Corinna Weber.

Nein. Wo nötig, empfehle ich selbstverständlich auch die Diagnose bzw. Therapie eines schulmedizinischen Kollegen, denn in meinen Augen gehören Schulmedizin und alternative Heilmethoden unbedingt zusammen. Daher sollte eine laufende Behandlung auch nicht unter- oder abgebrochen werden bzw. eine notwendige Untersuchung oder Therapie nicht unterlassen werden. Die Verantwortung liegt ganz beim Patienten oder dessen Sorgeberechtigten.