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Startseite > Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Erziehung in der digitalen Welt:

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Ob Fahrradhelm auf der Rutsche, FSME-Impfung in der Stadt oder Handy-Ortung auf dem Schulweg, ständig müssen wir abwägen, wann ein Schutz sinnvoll ist oder ein Zuviel der Fürsorge.

Zu jeder Zeit und an jedem Ort den Kontakt zu einem Kind aufrechtzuerhalten und die Sicherheit festzustellen, klingt für die einen beruhigend, für andere grenzt es an Überwachung und Eingriff in die Privatsphäre.

Wenn GPS-Tracker zur Ortung genutzt werden, verstoßen sie nicht gegen das Telekommunikationsgesetz, solange das Kind minderjährig ist. Gefährlich ist es trotzdem, denn leicht können Fremde über den GPS-Tracker herausfinden, wo sich das Kind gerade aufhält. Absolutes No-Go und verboten in Deutschland ist übrigens die Babyfon-Funktion, um die Umgebung des Kindes (beispielsweise im Unterricht) abzuhören.

Worüber sich Eltern im Klaren sein sollten, wenn solche Dienste genutzt werden: sie vermitteln damit, dass das Teilen des eigenen Standortes absolut okay ist. Etwas, was seitens Jugendmedienschutz problematisch ist, man denke beispielsweise an die Gefahr von Cybergrooming oder Stalking. Die Empfehlung hier nämlich ist eindeutig: Schalte Ortungsdienste aus.

Wie also kann Erziehung im digitalen Zeitalter gelingen?

Das Zauberwort heißt Vertrauen und ist so einfach wie anstrengend. Ohne Vertrauen gelingt Erziehung nicht, egal, ob es um Absprachen, Noten oder erste Liebe geht. Erst recht nicht in einer digitalen Welt, in der Kinder rund um die Uhr mit Medienangeboten konfrontiert werden. Wir Eltern sind aufgefordert, ihnen hier vor allem Vorbild und Leitplanke zu sein, uns zu informieren und selbst verantwortungsvoll zu handeln.

Damit wir unseren Kindern den nötigen Freiraum für ihre eigenen Erfahrungen geben können, müssen wir im Gespräch mit ihnen über Ängste und Möglichkeiten reden, sie im besten Sinne aufklären. Das betrifft wildes Schaukeln ebenso wie die Nutzung von WhatsApp & Co.

Nach dem Motto: nur wenn ich auf den Kopf falle, spüre ich auch, dass ich einen habe, müssen sie Fehler machen und sich ausprobieren dürfen. So entwickeln Kinder Eigenverantwortung, lernen selbstbestimmtes Verhalten – und mit Medien umzugehen.

Ihre

Ilona Einwohlt für MuK Hessen

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