Kindersitze bestehen zwar größtenteils aus belastbarem Kunststoff. Doch das Material unterliegt einem Alterungsprozess, bei dem es spröde und rissig werden kann. Permanente Nutzung und Belastung, UV-Strahlung und Feuchtigkeit lassen den Kunststoff zusätzlich schneller altern. Babyschalen und Kleinkindersitze sollten deshalb nur 6 bis 7 Jahre, Sitzerhöher mit Rückenstütze (für Kinder über 100 cm bzw. über 15 kg) 8 bis 10 Jahre verwendet werden.

Beim Kauf von älteren, gebrauchten Kindersitze ist unbedingt darauf zu achten, dass sie über ein Prüfsiegel verfügen, denn es enthält wichtige Informationen zum Sitz. Die Anforderungen und Sicherheitskriterien für Kindersitze sind in der EU durch die Europäische Kindersitz-Prüfnorm geregelt.

Derzeit gibt es zwei gültige Kindersitz-Normen. Seit September 2024 dürfen neue Kindersitze nur noch mit der Prüfnorm UN Reg. 129 verkauft werden – auch bekannt als i-Size-Norm. Die ältere Prüfnorm UN ECE Reg 44 ist nur noch für gebrauchte Kindersitze zugelassen.

Die gültigen Kindersitz-Prüfnormen:
i-size/UNI Reg. 129
UN ECE Reg 44/04
UN ECE Reg 44/03

Versteckte Risiken bei Flohmarktschnäppchen

Wer einen gebrauchten Kindersitz kaufen möchte, sollte vorab genau überprüfen, ob sichtbare Beschädigungen erkennbar sind. Ist der Sitz vollständig, funktionieren Gurte und Bauteile, sind die Polsterungen intakt und ist eine Bedienungsanleitung vorhanden? Sitze aus zweiter Hand sind riskant, wenn ihre Vorgeschichte nicht bekannt ist. Schon ein kleiner Auffahrunfall kann die innere Struktur beschädigt haben, die für das bloße Auge nicht sichtbar sind.

Fazit: Hersteller drucken das Produktionsdatum direkt auf die Unterseite oder die Schale des Sitzes – ein Blick darauf lohnt sich. Bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung für Kinder sollte man nicht sparen – für den bestmöglichen Schutz unterwegs.

Rückrufaktionen und versteckte Risiken

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Kauf gebrauchter Kindersitze ist die Produktsicherheit über den aktuellen Zustand hinaus. Immer wieder rufen Hersteller einzelne Modelle zurück – sei es wegen Materialschwächen, fehlerhafter Gurtsysteme oder mangelhafter Schutzwirkung. Wer einen gebrauchten Sitz oder Helm für den Nachwuchs erwirbt, sollte daher unbedingt prüfen, ob das Modell Teil einer Rückrufaktion war.

In der ADAC Datenbank zum Kindersitztest werden auch die Bewertungen älterer Kindersitze weiterhin aufgelistet. Ein Blick auf diese Kindersitztests kann vor dem Gebrauchtkauf hilfreich sein – so weiß man, wie das Modell in Sachen Sicherheit und Handhabung abgeschnitten hat.

www. adac.de/kindersitze