Warum in die Ferne schweifen, wenn das Spannende so nah liegt? Abenteuer in Wald und Wiese könnt ihr gleich vor der eigenen Haustüre  erleben. Das macht der ganzen Familie Spaß und lockt sogar vorpubertäre ältere Geschwister an die frische Luft.

Schatzsuche 2.0 – Geocaching

 Man nehme einen GPS-Empfänger und Koordinaten aus dem Internet – schon geht es los. Geocaching (von griechisch „geo“ für Erde und englisch „cache“ für Geheimlager) ist so  etwas wie ein Upgrade der guten alten Schnitzeljagd, bei der Schätze gesucht werden, die jemand an ungewöhnlichen Orten versteckt hat. Auf speziellen Websites veröffentlichen Geocacher Koordinaten, die zu verborgenen Schätzen führen. Gesucht wird aber keine mit Süßigkeiten gefüllte Kiste. Da der Weg das Ziel und die Suche selbst der größte Spaßfaktor ist, besteht der Schatz meist nur aus Kleinigkeiten wie Nippes oder Münzen in einem wasserdichten Behälter. Darin befindet sich auch immer ein Logbuch, in das man sich mit  Namen und Datum einträgt, bevor der Schatz ins Versteck zurückgelegt wird. Wer mag, teilt dann noch den Fund samt Beweisfoto auf der Internetseite mit.

,,Muggles“ bekommen nichts von der Schnitzeljagd mit.

Meist werden Geocaches so versteckt und getarnt, dass sie von Unbeteiligten nicht erkannt werden. Die Verstecke werden möglichst geheim gehalten und unbeobachtet aufgesucht.  Schließlich soll den Schatz kein „Muggle“ aufspüren. Als Muggles werden Nicht-Geocacher  bezeichnet – der Begriff stammt aus den Harry Potter Büchern, wo er Personen ohne  magische Fähigkeiten bezeichnet. Schnitzeljagd-Varianten gibt es schon lange. In England  beispielsweise ist „Letterboxing“ bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein beliebter  Zeitvertreib. Dabei werden mithilfe von Hinweisen, Landkarten und Kompass versteckte  Behälter in der Natur gesucht. Vor 16 Jahren erfasste der Trend die USA, als in Oregon ein  mit CDs, Dollarnote, Steinschleuder und Bohnen-Konserve gefüllter Plastik
eimer verbuddelt  wurde. Die Koordinaten des Verstecks wurden in einer Newsgroup veröffentlicht und  innerhalb eines Tages gefunden. Nur wenige Monate später wurde der erste „Cache“ in Berlin versteckt. In der Orangerie in Darmstadt-Bessungen, rund um das Oberwaldhaus, an der Bergstraße oder im Odenwald: Verstecke gibt es überall in eurer Nähe.

Ein typischer "Schatz": Das Finden ist die größte Belohnung!

Pfadfinder – eine starke Gemeinschaft

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte ein ehemaliger britischer Offizier die Idee für eine neue Form der Arbeit mit Jugendlichen. Dafür erdachte er ein für seine Zeit revolutionäres pädagogisches Konzept: Die Jugendlichen sollten in festen Gruppen von älteren Jugendlichen   angeführt werden. Spielen und Leben in der Natur waren zentrale Elemente. 1907 fand das   erste „Pfadfinderlager“ statt. Die Bewegung fand schnell weltweit Anhänger. In Deutschland gab es seit 1896 bereits die Wandervögel. Diese Jugendbewegung ging hauptsächlich von Schülern und Studenten bürgerlicher Herkunft aus. Der Schwerpunkt lag auf dem  Naturerleben und einer verklärten Rückbesinnung auf alte Traditionen.

Was machen Pfadfinder?

Pfadfinder sind die größte Jugendbewegung überhaupt. Kinder und Jugendliche sollen mit Spiel und in der Praxis Werte wie Nächstenliebe und Solidarität, aber auch Demokratie und Toleranz lernen. Die Gruppen treffen sich regelmäßig, was sie machen, hängt von Altersstufe  und Interessen ab. Kleinere Kinder spielen und basteln viel. Ältere lernen, was man braucht,  um sich gut in der Natur zurechtzufinden, etwa Zelte aufbauen, Erste Hilfe, Morsealphabet  oder Feuer anzünden. Aber es wird auch Theater gespielt, gesungen und musiziert.  Außerdem engagieren sich Pfadfinder in sozialen Projekten und veranstalten Zeltlager.

Pfadfindergruß

Damit begrüßen sich Pfadfinder aus der ganzen Welt: Die rechte Hand wird auf Schulterhöhe gehoben, dabei weisen die drei mittleren Finger nach oben, der Daumen legt sich auf den  kleinen Finger. Dies bedeutet, dass der Größere den
Kleineren schützt. Die drei gestreckten Finger erinnern an die drei Grundmotive: Pflicht gegenüber Gott, Pflicht gegenüber anderen, Pflicht gegenüber sich selbst.

Kluft

Pfadfinder tragen eine bestimmte Kleidung, mit der sie ihre Zugehörigkeit symbolisieren – die Kluft. Sie besteht meist aus einem Hemd, das je nach Verband blau, rot, weiß oder braun   ist. Stecknadeln oder Aufnäher zeigen den Rang des Pfadfinders an, seine Verdienste und Gruppenzugehörigkeit.  Ein farbiges Halstuch zeigt die Altersstufe an. Es hat auch einen  praktischen Nutzen: Es schützt den Hemdkragen vor Schmutz. Zu besonderen Anlässen  tragen Pfadfinder einen Hut aus Wollfilz mit Kinnriemen und Hutband.

Pfadfindergruppe gesucht?

Über den Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) könnt ihr eine Pfadkindergruppe in eurer Gegend suchen. Dazu einfach unter www.pfadfinden.de Postleitzahl eingeben, dann werden passende Ortsgruppen angezeigt.

Voraussetzungen

• Man muss mindestens 5 Jahre (in manchen Gruppen auch 7 Jahre) alt sein.

• Anmeldung bei einer Pfadfindergruppe des eigenen Wohnorts oder in einem Wohnort in der Nähe.

• Jährlicher Mitgliedsbeitrag (ca. 60 Euro).

• Erwerben der entsprechenden Pfadfinderkluft.

Altersstufen:

Wölflings- oder Biberstufe: 5 bis 10-Jährige

Jungpfadfinderstufe: 10- bis 13-Jährige

Pfadfinderstufe: 13- bis 16-Jährige

Ranger- und Roverstufe: 16- bis 20-Jährige (Ranger sind die Mädchen, Rover die Jungen)

Survival – die Kunst des Überlebens

Feuer machen, Wasser suchen, Nahrung finden, Schlafplatz bauen – Survival ist angesagt. Dabei handelt es sich um die Kunst, in der Wildnis ohne Ausrüstung zu überleben. Was früher für Menschen überlebenswichtig war, nämlich ohne moderne Hilfsmittel in der Natur zurechtzukommen, kann heute ein lehrreiches Abenteuer sein. Denn es ist eine spannende Erfahrung, sich ohne haufenweise Proviant und Getränke im Gepäck und ohne Zelt draußen  zurechtzufinden.

Von der Natur lernen: Aufspüren von Nahrung

Allein in Mitteleuropa gibt es um die 1800 essbare Wildpflanzen. Mit Hilfe eines  Bestimmungsbuches lassen sie sich identifizieren, unbekanntes Grünzeug sollte man nicht verzehren. Pilze sind nur etwas für Fachleute, Beeren sollte man meiden – viele sind giftig oder nur gekocht verzehrbar. Auch Insekten können auf den Speiseplan kommen. Das ist aber mehr als nur Geschmackssache: Viele Krabbler sind nicht ess- oder genießbar – daher ist es unerlässlich, sich im Vorfeld schlau zu machen. Und Vorsicht: Wasser aus Bächen oder Seen können wir nicht einfach so trinken. Es muss unbedingt vor dem Trinken entkeimt  werden, etwa durch Abkochen.

Eine Nacht in der Wildnis? Das kann ja was werden!

Wer unter freiem Himmel nächtigen will, sollte den Schlafplatz gut wählen: Feuchter Untergrund ist ungeeignet, ein Nadelwald, Felsvorsprünge oder Höhlen dagegen taugen als geschützte Lagerplätze. Eine einfache Schutzbehausung kann man sich selbst bauen. Ein Laubschlafsack etwa lässt sich aus einem hohen Laubhaufen errichten, in dessen Mitte man  eine Schlafkuhle formt. Eine Laubhütte aus stabilem First und vielen Ästen, die mit Blättern bedeckt werden, schützt zusätzlich. Feuer muss natürlich auch sein. Es bringt Wärme und Licht, man kann damit Essen zubereiten und Wasser abkochen. Es muss nicht das virtuose Feuerbohren sein, Streichhölzer tun es auch. Zum Anfeuern eignen sich z. B.  Rohrkolbensamen, trockener Farn oder Birkenrinde. Oberstes Gebot: Beim Verlassen des Lagerplatzes muss das Feuer gut gelöscht werden!

Wo sind wir hier? Nichts geht über gute Orientierung

Nach einiger Zeit in der freien Natur kann es sein, dass ihr den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr seht. Da ist es ratsam, markante Orientierungspunkte zu suchen, wie z.B. drei Bäume  in einer Reihe, Bäche, Hügel oder Schluchten. Damit man nicht von einem  Wetterumschwung überrascht wird, sollte man auf die Zeichen der Natur achten. Im Wald kann man den Vögeln lauschen: Ihr fröhliches Tirilieren wird zu gedrücktem Gezwitscher, sobald das Wetter  schlechter wird. Verstummen sie ganz, kann mit heftigem Regen oder Gewitter gerechnet werden. Und was ist die größte Herausforderung? Genau: der innere Schweinehund!  Spätestens, wenn es ungemütlich wird, der Hunger plagt, die Mücken nerven und man sich nach dem warmen Bett sehnt, fragt man sich: „Warum tue ich das eigentlich?“ Dann sollte man sich zum Durchhalten motivieren. Denn es sind genau diese Situationen, die Survival zum Abenteuer machen.

Lust auf Survival?

Wichtig ist eine gute Vorbereitung:

• Neben einer respektvollen Haltung der Natur gegenüber sollte man Improvisationstalent mitbringen und niemals alleine losmarschieren.

• Vor allem Neueinsteiger sollten ein überschaubares Waldgebiet wählen, in dem es viele  Wege gibt.

• Kleidung trägt man am besten im Zwiebellook. Besser keine Kunstfaserstoffe – sie können schon beim Kontakt mit kleinen Funken schmelzen.

• Nicht fehlen dürfen Wasserflasche, Notnahrung wie Nüsse oder Trockenobst sowie ein stabiles Messer.

• Mögliche Gefahren sollte man kennen und einschätzen können. Angst vor wilden Tieren ist  unbegründet – meist scheuen sie den Kontakt zu Menschen. Generell gilt es, bei  Begegnungen mit Wildtieren ruhig zu bleiben