Als sein Sohn Robin kurz nach seinem zweiten Geburtstag begann, Wörter wie „Mama“ oder „Papa“ mehrfach zu wiederholen, traf es Frederik hart. „Ich kannte dieses Gefühl nur zu gut“, erzählt der 35-jährige Vater, der selbst seit seiner Kindheit mit Stottersymptomen zu kämpfen hatte. Mit der Zeit fielen der Familie aus Darmstadt die Sprechunterbrechungen ihres Sohnes immer stärker auf. Tatsächlich zeigen Studien, dass Stottern in Familien gehäuft auftritt – so kommen Sprechwissenschaftler zu dem Ergebnis, dass etwa 30 – 60 Prozent der Betroffenen eine familiäre Vorgeschichte haben.
Die erfolglose Suche nach einer Therapie
Ein Besuch beim Hausarzt brachte zwar ein Rezept für eine ambulante Behandlung, doch die Suche nach einem passenden Therapieplatz gestaltete sich schwierig. „Wir haben im Raum Darmstadt vier bis fünf Therapeuten kontaktiert und ausschließlich Absagen bekommen“, beschreibt der Vater die Situation rückblickend.
Erste Maßnahmen durch Eigeninitiative
„Wir haben dann selbst recherchiert und uns über Methoden informiert, die Kindern in Robins Alter beim Stottern helfen können.“ Auf dieser Basis begann die Familie, eigenständig zu üben – auch gestützt auf Frederik eigene umfangreiche Erfahrungen mit Therapien. Eine selbst angewandte Maßnahme war das Lidcombe-Programm: Dabei übten die Eltern täglich in kurzen, entspannten Spielsituationen mit dem Kind, lobten flüssiges Sprechen gezielt und korrigierten Stottern sanft. Den Eltern war jedoch klar, dass eine Therapie notwendig sein würde. Durch Weiterempfehlungen wurden sie auf die Kasseler Stottertherapie aufmerksam.
Der Wendepunkt: Anmeldung bei der Kasseler Stottertherapie
Für die Familie war wichtig, dass sich die Therapie leicht in den Alltag integrieren ließ. Bei der hybriden Therapiemethode Frankini werden Eltern in die Behandlung einbezogen. „In der ersten Phase, die vier Monate dauerte, lernten wir in Online-Sitzungen Methoden und Vorgehensweisen kennen, die wir zu Hause mit Robin umsetzen konnten.“ Eine zentrale Methode war etwa der offene Umgang mit dem Stottern. „Wichtig ist, was gesagt wird, nicht wie“, betont er. Auch der anschließende viertägige Intensivkurs vor Ort bei der Kasseler Stottertherapie zeigte deutliche Verbesserungen. „Vor allem die Gruppensitzungen mit Gleichaltrigen haben Robins Angst vor dem Sprechen zusätzlich reduziert.“
Robin erzielte dank der Therapie schon früh spürbare Fortschritte. Die Angst, Wörter nicht herauszubekommen und der Druck ließen schnell nach. Gezielte Sprechübungen der Kasseler Stottertherapie – etwa weiche Stimmeinsätze – halfen ihm dabei, mehr Kontrolle über sein Sprechen zu gewinnen. Nach den ersten beiden Therapiemodulen hatte Robin schon so viel Sprechkontrolle gewonnen, dass er frühzeitig in die Phase der Stabilisierung übergehen konnte. Im Alltag setzen sie die erlernten Methoden weiterhin gemeinsam um, damit er in herausfordernden Momenten sicher darauf zurückgreifen kann. „Nicht nur Robin hat heute Spaß am Sprechen – auch für uns als Eltern ist der Umgang damit viel leichter geworden“, sagt Frederik. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, wie er selbstbewusst spricht, ohne Angst oder Druck.“ Seine Botschaft an andere Eltern und Betroffene: „Zögert nicht zu lange und sucht euch Unterstützung. Gerade im frühen Kindesalter lassen sich Sprechmuster gut erlernen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Kinder aufblühen, wenn sie Sicherheit im Sprechen gewinnen.“
Das Institut der Kasseler Stottertherapie (KST) wurde 1996 von dem selbst betroffenen Dr. Alexander Wolff von Gudenberg gegründet und zählt heute zu den führenden Einrichtungen für die Behandlung von Stottern in Europa. Seit 2022 wird die KST Institut GmbH von Herbert Frosch geleitet. Am Standort im hessischen Bad Emstal arbeitet das Institut mit rund 30 auf Stottertherapie spezialisierten Therapeuten wissenschaftlich fundiert und zugleich konsequent praxisnah. Zum Einsatz kommen innovative Therapiekonzepte in Präsenz, online und in hybriden Formaten, sowie modernste Therapie-Software. Die strukturierten Intensivkurse mit systematischer Nachsorge richten sich an Kinder ab drei Jahren gemeinsam mit ihren Eltern sowie an Jugendliche und Erwachsene mit dem Ziel eines dauerhaft flüssigeren Sprechens.





