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Startseite > Wenn Kinder sich verstanden fühlen …

Erziehungstipp von Heike Claassen

Wenn Kinder sich verstanden fühlen …

Kinder brauchen mehr als Regeln, Konsequenzen und gut gemeinte Ratschläge. Sie brauchen Erwachsene, die bereit sind zuzuhören, Gefühle ernst zu nehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Entwicklungsfördernde Erziehung bedeutet nicht, dass Kinder immer bekommen, was sie wollen. Sie bedeutet vielmehr: Du bist in Ordnung – auch mit deinen schwierigen Gefühlen, „Fehlern“ und Problemen.

Entwicklungsfördernde Erziehung beginnt mit einer inneren Haltung:

„Ich nehme dich ernst.“

Das bedeutet:
• Ich akzeptiere deine Gefühle
• Ich muss nicht alles gut finden, aber ich versuche zu verstehen
• Ich traue dir zu, eigene Lösungen zu finden
• Ich begleite dich, statt alles für dich zu regeln

Kinder brauchen die Erfahrung:

„Mit meinen Gefühlen bin ich nicht falsch.“

Wenn ein Kind wütend ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es respektlos ist. Wenn ein Kind traurig ist, braucht es nicht sofort Ablenkung. Oft hilft zuerst Verständnis.

Ein Satz wie:

„Ich sehe, dass du gerade richtig enttäuscht bist.“

öffnet mehr Türen als:
„Jetzt beruhig dich endlich.“

Denn Kinder lernen Selbstregulation vor allem durch Beziehung. Sie beruhigen sich leichter, wenn jemand bei ihnen bleibt und ihre Gefühle versteht. Viele Eltern hören zu, während sie innerlich bereits Lösungen suchen oder Argumente vorbereiten. Echtes Zuhören bedeutet jedoch:
• aufmerksam sein,
• Gefühle wahrnehmen,
• nachfragen
• und überprüfen, ob man richtig verstanden hat.

Hilfreich sind Formulierungen wie:

„Ich glaube, du bist gerade traurig, weil …“

„Ist es so, dass du dich unfair behandelt fühlst?“

„Habe ich dich richtig verstanden, dass …?“

Dieses sogenannte Feedback hilft Kindern, ihre Gefühle besser einzuordnen. Gleichzeitig erleben sie: Jemand bemüht sich wirklich, mich zu verstehen.

Das stärkt nicht nur die Beziehung, sondern auch die emotionale Entwicklung des Kindes.

Kleine Hausaufgabe:

  • Schaffen Sie einen sicheren Raum, wenn Sie mit Ihrem Kind sprechen
  • Bleiben Sie in Augenkontakt mit Ihrem Kind und verwenden Sie Gesten, so dass Ihr Kind Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit wahrnimmt
  • Nutzen Sie einfühlsame und offene Fragen, um das Gespräch anzuregen

Heike Claassen
lebt und arbeitet als Familientherapeutin, Paar- und Sexualtherapeutin, Elterncoach, Supervisorin und Naturcoach in Lorsch.

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