Ernährung und Trinken können hier eine überraschend große Rolle spielen.
Hier lohnt ein Blick auf etwas, das oft im Schatten von Lernplänen, Motivationstipps und Konzentrationsübungen steht: die Pflege unseres Gehirns. Stellen Sie sich das Gehirn wie ein kleines Hochleistungsteam vor. Jeden Tag verarbeitet es Unmengen an Reizen und Informationen. Damit unser Gehirn seine Leistung auch abrufen kann, braucht es Unterstützung in Form von Kraftstoff, Nachrichtenkurieren und Beschützern.
Der Kraftstoff für unser Gehirn sind die Kohlenhydrate. Sie funktionieren wie das Kraftstoff im Auto – sie geben unserem Gehirn die notwendige Energie, um überhaupt arbeiten zu können. Ohne Kohlenhydrate können wir uns nicht konzentrieren. Aber nicht jeder Kraftstoff ist gleich gut. Komplexe Kohlenhydrate sind der perfekte Kraftstoff für unser Gehirn, da sie langsamer vom Körper verarbeitet werden und somit unser Gehirn länger und gleichmäßig mit Energie versorgen. Genau das, was wir beim Lernen brauchen. Komplexe Kohlenhydrate finden sich in Vollkornprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder Haferflocken.
Damit Informationen in unserem Gehirn schnell transportiert werden können, brauchen wir die Eiweiße. Mit diesen Nachrichtenkurieren wird schnelles Denken überhaupt erst ermöglicht. Darüber hinaus erhöhen Eiweiße unsere gute Laune, Motivation, Stressresistenz und Aufmerksamkeit. Eiweißlieferanten sind Eier, Käse, Hülsenfrüchte oder Hafer.
Jedes Mal, wenn Ihr Kind etwas Neues lernt, baut das Gehirn neue Verbindungen. Kleine Wege, die vorher noch nicht da waren. Und diese Wege brauchen Stabilität – sonst verschwinden sie schnell wieder. Fettsäuren (Omega 3 und 6) sind die Beschützer dieser neuronalen Verbindungen. Sie ummanteln, stärken und sichern sie – eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Gedächtnis. Öle, Fisch, Nüsse und Samen liefern diese wertvollen Fettsäuren.
Zum Schluss noch ein Punkt, der so banal klingt – und trotzdem einen riesigen Unterschied machen kann: Trinken. Stellen Sie die Bahnen im Gehirn wie Flüsse vor, auf denen Containerschiffe mit den ganzen Informationen fahren. Trocknen die Flussbetten nun aus, weil zu wenig getrunken wurde, können die Informationen von den Containerschiffen nicht mehr transportiert werden. Entweder muss das Schiff langsamer fahren oder es muss Container (Informationen) abladen, damit es leicht wird oder es muss sogar ganz die Fahrt einstellen. Schon zwei Prozent Flüssigkeitsverlust führen zu zwanzig Prozent Konzentrationsverlust.
Keine Sorge: Sie müssen nicht von heute auf morgen die gesamte Ernährung Ihrer Familie umstellen. Stellen Sie bei den nächsten Hausaufgaben ein Glas Wasser auf den Schreibtisch. Geben Sie Ihrem Kind als Pausensnack ein paar Nüsse mit in die Schule. Verwenden Sie Vollkornnudeln oder Vollkornreis beim nächsten Abendessen. Egal, wofür Sie sich als ersten Schritt entscheiden, das Gehirn Ihres Kindes wird es dankbar annehmen.






