Ein Beitrag von Anke Breitmaier
Dabei kommen in Darmstadt und Umgebung viele mit dem Verein in Berührung. Denn der SKA ist mit zahlreichen Angeboten und Projekten präsent und unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen.
Martin Gerbes bildet gemeinsam mit Petra Strübel-Yilmaz die Geschäftsführung des Vereins. fratz hat mit beiden über die Arbeit des SKAs gesprochen.
SKA – das klingt erst einmal geheimnisvoll. Was verbirgt sich hinter dem Namen?
Der SKA ist ein freier Träger der Beratungs-, Bildungs- und Sozialarbeit. Wir arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Darmstadt und Umgebung. Unser Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen mit Migrationsbiografie, ihren Familien und anderen gesellschaftlich benachteiligten Gruppen. Uns geht es darum, Inklusion, Toleranz und faire Chancen zu fördern und Menschen dabei zu unterstützen, eine starke eigene Identität zu entwickeln. Und wir engagieren uns auch für demokratische Werte. Für uns ist soziale Arbeit immer auch Menschenrechtsarbeit: Wir wollen Hürden abbauen, die Menschen daran hindern, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gleichzeitig vertreten wir ihre Interessen in Netzwerken und Gremien, auch politisch.
Wie ist der Verein entstanden?
Der SKA entstand 1970 aus einer Bürger*inneninitiative und aus der Arbeit der evangelischen Studierendengemeinde in Darmstadt. Schon damals ging es um Themen, die bis heute aktuell sind: Integration von Migrantenfamilien, Wohnungslosigkeit oder Mietwucher. Viele beschäftigen uns schon seit über fünf Jahrzehnten, sie sind also leider immer noch relevant.
Wen unterstützt der SKA denn?
Ein Großteil unserer Arbeit findet an Schulen statt, etwa in der Schulsozialarbeit oder in Ganztagsangeboten. Dort sind wir Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche, wenn es Konflikte gibt, sie Unterstützung beim Lernen brauchen oder einfach jemanden zum Reden. Wir organisieren auch Projekte zu Themen wie Zusammenleben, Beteiligung oder Prävention und arbeiten eng mit Lehrkräften und Eltern zusammen. Außerdem machen wir Jugend- und Jugendsozialarbeit, offene Kinder- und Jugendarbeit, Projekte rund um Flucht und Migration und haben Angebote im Bereich der Erziehungs- und Eingliederungshilfe.
Wie sieht die Arbeit ganz konkret aus?
In der Praxis kann das ganz unterschiedlich aussehen: Wir beraten Familien, unterstützen bei Konflikten, helfen bei Fragen zu Schule oder Ausbildung, manchmal aber auch bei ganz alltäglichen Dingen wie Wohnungssuche, Arbeit oder Existenzsicherung.
Für Kinder bieten wir zum Beispiel sozialpädagogische Betreuung an Grundschulen oder in Horten. Dort geht es nicht nur um Hausaufgaben, sondern auch um Freizeit, Kreativität und soziale Kompetenzen. Es wird gespielt, gebastelt, Sport gemacht, manchmal musiziert oder einfach entspannt. Wichtig ist uns, dass Kinder ihre Interessen entdecken und sich ausprobieren können. Für Jugendliche haben wir Orte, an denen sie sich treffen, kreativ werden oder Projekte umsetzen können. Wir sprechen mit ihnen aber auch über ihre Zukunft, über Schule, Ausbildung, Beruf und darüber, welche Möglichkeiten sie haben. Oft geht es dann um große Fragen: Was will ich eigentlich? Was kann ich gut? Wie finde ich meinen eigenen Weg?
Spielen Eltern dabei auch eine Rolle?
Auf jeden Fall. Wir behalten immer die ganze Familie im Blick. Viele Eltern haben eine Migrationsbiografie. Wir unterstützen sie zum Beispiel bei Fragen rund um Integration, Schule oder Behörden, also bei all den Dingen, die in einem neuen gesellschaftlichen Umfeld oft schwierig sein können.
Was macht Ihre Arbeit im Alltag besonders?
Ganz klar: Kein Tag ist wie der andere. Wir arbeiten mit Menschen, die ganz unterschiedliche Geschichten, Wünsche und Herausforderungen mitbringen, aber auch viele Fähigkeiten und Ideen. Diese Potenziale zu entdecken und zu fördern, gehört zu den schönsten Seiten unserer Arbeit.
Gibt es Projekte, die Ihnen besonders am Herzen liegen?
Eigentlich alle Projekte, die es Menschen leichter machen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Oft sind das Angebote, die ohne große Hürden funktionieren, zum Beispiel unser Bewerbungscafé, in dem Menschen Unterstützung bei Bewerbungen bekommen, oder die Dienstagsmalerei, ein offenes Kreativangebot.
Dazu kommen Begegnungsangebote für Zugewanderte, zusätzliche Sprachförderung oder Beratungsangebote für Eltern, etwa in einem inklusiven Elterncafé. Auch kreative und handwerkliche Projekte wie die Alice*Werkstatt gehören dazu. Solche manchmal eher kleinen Angebote sind für viele Menschen ein wichtiger erster Schritt zum Ankommen, Austauschen und Mitmachen. Diese Angebote müssen möglichst niedrigschwellig – ohne Hürden – zugängig sein und darum geht es, „dass eben alle mitmachen dürfen“!
Kontakt
Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e. V.
Rheinstraße 24
64283 Darmstadt
Telefon: 06151 – 91663-0
Telefax: 06151 – 91663-39
E-Mail: mail@ska-darmstadt.de
Web: www.ska-darmstadt.de
Sprechzeiten
Di. + Do.: 10:00-12:00 Uhr
Mi.: 10:00-14:00 Uhr








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Anke Helene